Kindheit & Schulbildung von Benjamin Wingerter

Erfahrungen in der Kindheit bilden das Fundament unseres Seins.

Meine Kindheit

Sorgen Sie sich nicht, Zeitraffer ist an. Als meine Eltern das kleine Bündel mit den dunkelroten Haaren betrachteten, konnten sie sich nicht vorstellen, was sie mit diesem Benjamin Wingerter alles erleben werden.

Meine Eltern haben sich nur durch eigenes Handeln aus einer Mietwohnung in München Haidhausen "herausgearbeitet". Dass sie das geschafft haben und zwar mit zwei kleinen Kindern im Schlepptau, bewundere ich an ihnen mit am meisten.

Der erste Teil der Kindheit ist laut Kinderpsychologen der prägendste Teil. Bis zu meinem sechsten Lebensjahr bewohnte ich mit meinen beiden Eltern eine Mietwohnung im dritten Stock eines Wohnblocks. Es gab einen Spielplatz, einen Kiosk um die Ecke und der Weg zum Kindergarten führte unter anderem durch den schönen Haidhauser Friedhof.

Mama und Papa unternahmen sehr sehr viele Ausflüge mit mir, fuhren mindestens einmal im Jahr in den Urlaub gen Süden oder besuchten unsere Verwandtschaft in Mitteldeutschland. Auch mein Opa, als er noch laufen konnte und meine Oma zeigten dem kleinen Benjamin Wingerter während seiner Kindheit alle Münchner Schwimmbäder, viele bayerische Seen und nie genug von den Museen, die ich als kleiner Junge so interessant gefunden habe.

Mit vier Jahren bekam unsere Kleinfamilie Zuwachs. Meine Schwester wurde geboren und war ein rechter Sonnenschein. Im Kindergarten wurde ich laufend wegen meiner großen Klappe in die Kuschelecke gesetzt, um beim Mittagessen andere und mich nicht von der wichtigen Nahrungsmittelaufnahme abzuhalten. Ich sprach zu der Zeit kein Wort bayerisch und wenn, dann klang es nicht einmal halb-österreichisch. Wenn Sie aus Bayern kommen, deuten Sie diesen Vergleich jetzt genauso, wie ich ihn meine.

Der Spielplatz im Hof wurde vom kleinen Benji häufig frequentiert. Meine besten Freunde heißen Ur, Florian Schwarz dessen Eltern eine Bäckerei führten, Amina, Yasemin, Michael und Bleistift. Letzteren legte ich nur im Austausch gegen Eimer und Schaufel oder den Löffel für die Frühstücksflocken aus der Hand. Ich wollte immer Comiczeichner werden und für Disney arbeiten. Allerdings wäre es mir damals recht gewesen, wenn ich neben den Standardcharakteren auch eigene zu Papier bringen und sie in lustige Situationen hätte bringen dürfen. Ich weiß bis heute nicht, in wieweit Disney mir dabei entgegen käme.

Schulbildung? Ja ein bisschen Mister.

Natürlich bin ich während meiner Kindheit auch zur Schule gegangen. Ich wurde jung eingeschult, nachdem ich die Vorschule in München besucht und obwohl ich beim Einschulungstest die Teilen-Aufgabe nicht verstanden habe.

Grundschule

Zeitlich perfekt zum ersten Schultag schafften meine Eltern den Umzug aus München nach Gammelsdorf. Gammelsdorf liegt nordöstlich von München an der Grenze zu Niederbayern. Mit nicht ganz zweitausend anderen Gemeindebürgern lebte ich dort 3 Jahre lang sehr ländlich. Als Kind genießt man das Landleben im Normalfall und ich bin meinen Eltern für die unzähligen daraus resultierenden Eindrücke und Erfahrungen dankbar. Wir hatten Hunde, Katzen, Vögel, unfreiwillig auch Spinnen und einen riesigen Garten für dessen Pflege man eigentlich einen Traktor gebraucht hätte.

Hauptschule

Dass all die Freiheiten dieser ländlichen Idylle für meine Eltern soziale und lokale Nachteile mitgebracht haben, ließen sie uns Kids nie spüren. Als ich die dritte Klasse besuchte, zogen wir versuchsweise wieder näher an die große bayerische Hauptstadt, in den Vorort Unterföhring.

Elf Monate lebte ich dort. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich einen täglichen Schulweg, den ich wegen seiner ausgedehnten Länge nicht mehr zu Fuß zurücklegen konnte. Ab der fünften Klasse, inzwischen Hauptschule, fuhr ich alleine mit Bus und Straßenbahn, auch gelegentlich in mein altes Haidhausen um Kinderfreunde zu besuchen.

Weil es den Täter aber immer wieder zurück an den Ort des Geschehens zieht, zogen wir bald ein weiteres Mal um; dorthin wo jetzt meine ehemaligen Freunde aus der Grundschule ihren Bildungsweg weiterführten. Ich stieß in der fünften Klasse der Hauptschule Moosburg an der Isar wieder zu ihnen. Unsere Reihen wurden aufgefüllt mit weiteren Kids und doch war alles irgendwie ein bisschen kleiner, als an der Unterföhringer Gesamtschule.

Realschule

Nach der sechsten Klasse wurde ich in der Realschule aufgenommen. Es gab zum ersten Mal Wahlfächer, Hauswirtschaftslehre, Chemie und Abschlussklassen. Der Englischunterricht bei Herrn Ambrosi war anspruchsvoller, als die Stunden auf der Hauptschule. Für Textverarbeitung kauften meine Eltern den bis dato ersten Personal Computer unseres Haushalts.

Ich erinnere mich kaum noch daran, was ich bis zu diesem Zeitpunkt in meiner Freizeit gemacht habe; wahrscheinlich gezeichnet. Sobald aber Windows 95, DOS und Win 3.11 in mein Leben traten, war vieles anders. Besonders, als mit dem 65k Modem das erste Internet durch unser Computerzimmer ratterte. Das war 1997. Die eh schon großzügig gesetzte halbe Stunde onlinezeit dehnte ich gelegentlich aus um die ersten Communities und Massenchats zu besuchen. Heute sehe ich diese Exkursionen als bloße Zeitverschwendung. Ich hätte die Möglichkeit und meinen Wissensdrang in andere Bahnen lenken und mich mit web publishing und webdesign vertraut machen sollen.

Während meiner Zeit an der Realschule fuhr ich gerne Mountainbike im Wald, spielte Billard und versuchte Musikstücke mit dem Doppelkassettendeck neu abzumischen. Nebenbei arbeitete ich mich in microsoft DOS und Computer hardware ein - zumindest soweit es für die damals hoch interessanten Computerspiele nötig gewesen ist. Wie gesagt, ich hätte die Zeit sinnvoller nutzen, und dabei trotzdem mit Informationstechnologie "herumspielen" können.

Gegen Ende meiner Realschulzeit hatte ich die Wahl, eine weiterführende Schule zu besuchen oder Geld zu verdienen. Ich entschied mich für Geld, da der Matheunterricht mir erst einmal gestohlen bleiben konnte. Sonst wäre ich auf die Fachoberschule für Sozialwesen Fachrichtung Gestaltung in München Giesing gegangen.

Das habe ich nach meiner zweiten Ausbildung im Jahr 2007 nachgeholt, um nach fast 6 Jahren Arbeitsleben wieder ordentlich Ferien zu haben. Und aus der Hoffnung heraus, in der Darstellung Neues zu lernen. Die Fachoberschule mit dem Unterricht bei Frau Urban war den finanziellen Aufwand alle Mal wert. Ich habe das erste Schuljahr von zweien mit miserablen Noten in den Lernfächern aber mit neuen Freunden beendet. Die Erfahrungen und das neue Wissen haben nicht nur Spaß gemacht, sondern mir auch sonst in vielen Facetten Freude bereitet.

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Benjamin Wingerter | Gestalter für visuelles Marketing | Webdesign | Moosburg an der Isar