Nicht lachen! Mein erstes Praktikum wollte ich in der neunten Jahrgangsstufe in einem modernen Kindergarten in Moosburg an der Isar absolvieren. Es sollte nur eine Woche dauern. Ich las den Kindern vor, spielte mit ihnen und erzählte was ich gerne tue, wenn ich daheim bin. Leider wurde ich am selben Tag schwer krank und durfte mich die restliche Woche nicht mehr dort aufhalten.
Mein Wunsch war es damals, in einer Werbeagentur zu arbeiten. Ich bewarb mich um ein einmonatiges Praktikum
in einem Grafikbüro in München. Leider kannte ich mich zu der Zeit lediglich in günstigen Bildbearbeitungsprogrammen
aus, nicht im wichtigen
Adobe Photoshop.
Deshalb wurde ich nach dem Kennenlerntag nicht übernommen. Die Erfahrung war enttäuschend, aber zeigte mir, dass
Praktika nicht dafür gedacht sind, dass die Praktikanten etwas lernen. Sie müssen unterstützend und wenigstens
teilweise selbstständig mithelfen können. Bei dieser Gelegenheit lernt man als Praktikant natürlich trotzdem
eine Menge. So haben beide Seiten viel von unbezahlten und längerfristigen Praktika.
Ende und Anfang 2004 bekam ich einen Praktikumsplatz bei den Vogelsängerstudios für Werbefotografie in München Eching. Das Spezialistenteam war unglaublich angenehm und hat mir viele Einblicke ermöglicht. Es gab natürlich Fotografen, aber auch Handwerker und eine Dekorateurin. Ich lernte wie Sets vorbereitet werden, wie Waren behandelt und drapiert werden, wie Kameras eingestellt und Filme entwickelt werden.
Im Frühjahr 2004, zu der Zeit in der man in Bayern Fasching feiert, hatte ich das berufsvorbereitende Praktikum für meine anschließende Ausbildung. Das Praktikum absolvierte ich in der Galeria KAUFHOF München am Stachus in der damals ca. 16köpfigen Dekoabteilung.
Um ein erstes Gefühl für Formen und bis dahin kaum von mir betastete Begriffe wie den Goldenen Schnitt zu bekommen, half ich bei der Dekoration für den Fasching. In der Spielwarenabteilung war ich also mit allerlei bunten Hüten und Masken beschäftigt. Einen Teil meines Praktikums leistete ich sogar im Zentrallager für München ab um die größeren Dekomaterialen zu arrangieren und eine Art Inventur vorzunehmen. Dabei wurde mir schon früh gezeigt, dass es nicht nur um Schaufensterfiguren geht, sondern um ein breites Feld unterschiedlichster Arbeiten.
Im Zuge meines Abstechers an die Fachoberschule für Sozialwesen Fachrichtung Gestaltung arbeitete ich ein halbes Jahr lang in der Kinderkunstgalerie little ART Gallery des gleichnamigen Vereins.
Meine handwerklich geprägte Ausbildung und was ich aus der ersten Ausbildung zum Beamten mitnehmen konnte, kamen mir hier gleichermaßen zugute. Ich konnte Ausstellungen und Veranstaltungen mitgestalten und die Archivierung der Ausstellungstücke organisieren.
Dieses Praktikum war eines der interessantesten beruflichen Erlebnisse. Durch Elena und ihre beruflichen Kontakte wurde mir vollkommen bewusst wie wichtig Vitamin B für das Vorrankommen ist, wenn man selbst etwas aufzieht. Ich finde, hierin und immerwährender Eigenmotivation liegen die größten Unterschiede zwischen einer Festanstellung und der Selbstständigkeit.
Zum Abschluss meiner Marketingfortbildung 2008 konnte ich mir ein ganz außergewöhnliches Praktikum an Land ziehen. Außergewöhnlich, weil daraus ein neuer Berufsweg resultierte, den ich bis heute mit wachsendem Erfolg beschreite.
Als ich bei Finstar Ltd. Büro für Weblösungen München ein mehrmonatiges Praktikum begann, war ich gerade dabei mich intensiv mit Onlienmarketing zu beschäftigen. Durch meine Ambition mit Webdesign Geld zu verdienen und die Fortbildung zum Marketing Assistenten war dies sowieso nur eine Frage der Zeit.
Bei Finstar Ltd. wurde ich Anfangs mit der Kundenbetreuung betraut und schrieb Texte für alle möglichen Webprojekte. Neben dem e-Mail Verkehr und Verwaltungsaufgaben verübte ich ab und zu kleine Guerilla Marketing Feldzüge in deutschen Foren und web2.0 Portalen. Als Linkaufbau ein immer gefragteres Thema wurde kümmerte ich mich darum immer mehr und immer qualifizierteres Wissen über Suchmaschinenoptimierung zu erlangen. Das passte auch sehr gut zu meiner Affinität für Webdesign.
Die Möglichkeit sozusagen mit freier Hand Konzepte für ein nutzbringendes Linkwachstum zu erarbeiten und meine begleitende private Arbeit an eigenen Webseiten entfachten noch einmal einen gewaltigen Lerneifer. Als Erfolge folgten waren die Markierungen eigentlich gesteckt und nach dem Praktikum wurde ich fest übernommen und konnte wieder fest ins Berufsleben übergehen.
Benjamin Wingerter | Gestalter für visuelles Marketing | Webdesign | Moosburg an der Isar